„Leck mich Amoka“ ist eine derbe Redewendung aus dem Aachener Öcher Platt. Sie entspricht ungefähr „Leck mich am Arsch“ und weist jemanden derb zurück. Je nach Situation drückt sie Ärger aus oder dient als grober Ausruf der Überraschung.
Tonfall, Beziehung und Situation bestimmen, wie die Worte ankommen. Unter Fremden und im beruflichen Gespräch wirken sie schnell beleidigend. Neutraler sind „Ach du meine Güte“ oder „Das überrascht mich“.
Was „Leck mich Amoka“ bedeutet
Die hochdeutsche Wendung „Leck mich am Arsch“ gilt als derb und bedeutet sinngemäß „Lass mich in Ruhe“. Dieser abweisende Grundton prägt auch „Leck mich Amoka“. Der Ausdruck ist also keine neutrale Redensart, selbst wenn jemand ihn scherzhaft oder überrascht verwendet.
Im Aachener Raum taucht die Wendung auch als spontaner Ausruf auf. In einem regionalen Zeitungsbericht fällt sie etwa beim Anblick eines veränderten Vereinsgeländes. In diesem Zusammenhang drückt der Ausdruck Überraschung oder Bestürzung aus. Das heißt aber nicht, dass der Ausdruck immer Erstaunen bedeutet oder grundsätzlich harmlos ist.
Herkunft und Schreibweise
„Öcher Platt“ ist die Mundart aus Aachen und Umgebung. Peerialism ordnet „Leck mich Amoka“ dieser regionalen Sprache zu; ein Wörterbuch belegt diese genaue Form jedoch nicht.
Auch die Schreibweise ist nicht einheitlich dokumentiert: Neben „Leck mich Amoka“ findet sich die Form „Leck mich am Amoka“. Eine verbindliche Schreibweise lässt sich daraus nicht ableiten. Ältere Beschreibungen ziehen den zweiten Teil in die Länge. Eine genaue Lautschrift oder verbindliche Ausspracheangabe gibt es nicht.
Wann „Leck mich Amoka“ passt
Unter vertrauten Menschen kann ein grober Ausdruck scherzhaft klingen, wenn alle den lokalen Ton kennen. Im Streit oder als direkte Antwort auf jemanden klingt „Leck mich Amoka“ dagegen wie eine Abweisung. Wer den regionalen Sprachgebrauch nicht kennt, versteht den scherzhaften Ton möglicherweise nicht.
In formellen Gesprächen und bei unklarer Stimmung ist es deshalb besser, auf die Wendung zu verzichten. Bei Überraschung drücken „Ach du meine Güte“ oder „Das hätte ich nicht erwartet“ denselben Moment aus, ohne grob zu wirken.
Die Geschichte mit Frauentausch
Peerialism führt die größere Bekanntheit des Ausdrucks auf eine Folge der Fernsehsendung Frauentausch zurück. Forumsbeiträge aus den Jahren 2006 und 2007 zeigen, dass die Wendung damals im Zusammenhang mit der Sendung diskutiert wurde. Sie geben keinen Aufschluss darüber, ob die Sendung den Ausdruck verbreitet hat oder wie viele Menschen ihn dadurch kannten.
Die Fernsehgeschichte belegt außerdem nicht, woher der Ausdruck stammt. Seine Zuordnung zum Aachener Sprachraum ist eine andere Frage. Auch die Behauptung, die Sendung habe den Ausdruck bundesweit bekannt gemacht, ist nicht belegt.

