Wer Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegt oder monatlich in einen Sparplan einzahlt, kann mit einem Zinsrechner abschätzen, wie viel Kapital am Ende herauskommt. Die Berechnung nutzt Betrag, Laufzeit und Verzinsung. Beim Zinseszins bringen wiederangelegte Erträge selbst weitere Erträge.
Die Rechnung hilft beim Vergleichen und Planen. Beachte dabei die Annahmen: Ein Kontozins ist vereinbart. Eine Rendite für Aktien oder Fonds gibst du dagegen als Annahme ein. Kosten und Steuern verringern das verfügbare Kapital; Inflation mindert seine Kaufkraft.
Einfache Zinsen und Zinseszins berechnen
Die Peerialism-Seite „Mehr fürs Geld mit einem Zinsberechnungsprogramm“ vergleicht Sparkonto, Festgeld und Tagesgeld. Sie erklärt auch einfache Zinsen und Zinseszinsen. Sie ist auf den 26. November 2013 datiert. Daraus lässt sich keine Aussage über heutige Zinssätze oder die aktuellen Funktionen eines Peerialism-Rechners ableiten.
Bei einfachen Zinsen berechnet sich der Ertrag nur aus dem ursprünglichen Kapital. Die vereinfachte Rechnung lautet:
Zinsertrag = Anfangskapital × Zinssatz × Laufzeit
Bei 2.000 Euro, 3,15 Prozent Zins und drei Jahren ergibt das 189 Euro Zinsen, sofern sich die Zinsberechnung auf das unveränderte Anfangskapital bezieht.
Werden die Zinsen wieder angelegt, wächst die Grundlage für die nächste Zinsberechnung. Für eine jährlich verzinste Einmalanlage gilt vereinfacht:
Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz) ^ Laufzeit
Die Schreibweise „^ Laufzeit“ bedeutet: Du multiplizierst den Ausdruck in Klammern so oft mit sich selbst, wie die Laufzeit Jahre umfasst. Bei 2.000 Euro, 3,15 Prozent Jahreszins und jährlicher Wiederanlage liegt das Endkapital nach drei Jahren bei rund 2.195 Euro. Der Ertrag beträgt damit ungefähr 195 Euro.
Vergleiche die Ergebnisse nur, wenn du weißt, wann die Zinsen gutgeschrieben und ob sie wieder angelegt werden. Ein Rechner kann auch mit monatlicher statt jährlicher Verzinsung rechnen.
Welche Werte in den Zinsrechner gehören
Für eine Einmalanlage braucht der Rechner mindestens Startkapital und Zinssatz. Auch die Laufzeit muss angegeben werden. Prüfe außerdem, ob die Zinsen wiederangelegt werden und wie häufig der Rechner sie gutschreibt.
Bei einem Sparplan kommen die regelmäßige Rate und der Zeitpunkt der Einzahlung hinzu. Eine Rate am Monatsanfang ist länger angelegt als dieselbe Rate am Monatsende. Dadurch fällt das berechnete Endkapital etwas höher aus, wenn der Rechner Einzahlungen zu Monatsbeginn annimmt.
Überlege zuerst, was du berechnen willst. Für das mögliche Endkapital brauchst du die Sparrate, die Laufzeit und eine angenommene Rendite. Für ein bestimmtes Sparziel kannst du stattdessen die nötige Rate oder die dafür erforderliche Rendite berechnen. Eine erforderliche Rendite ist dabei ein Rechenwert, keine Zusage, dass eine Anlage sie tatsächlich erzielt.
Trage nur Startkapital ein, das du tatsächlich anlegen willst, und wähle eine monatliche Rate, die langfristig in dein Budget passt. Wenn der Rechner eine jährliche Erhöhung der Rate anbietet, entscheide bewusst, ob du diese Dynamik einplanen möchtest. Bei einer Erhöhung um zwei Prozent pro Jahr steigt eine anfängliche Rate von 100 Euro im zweiten Jahr auf 102 Euro und im dritten Jahr auf 104,04 Euro.
So liest du ein Sparplanergebnis
Die angenommene Rendite beeinflusst das Ergebnis stark. Bei gleichen Einzahlungen und gleicher Laufzeit führt eine höhere angenommene Rendite in der Modellrechnung zu einem höheren Endkapital. Das Ergebnis bleibt eine Modellrechnung und sagt nicht voraus, welche Rendite künftig erreichbar ist.
Auch bei einer Einmalanlage hängt das Endkapital von Zinssatz und Laufzeit ab. Ein Sparplan ist damit nicht direkt vergleichbar: Bei ihm fließen nach und nach neue Beiträge ein, die nicht alle über die gesamte Laufzeit verzinst werden.
Am besten veränderst du zunächst immer nur eine Eingabe. Vergleiche etwa, wie sich eine längere Laufzeit bei gleicher Rate auswirkt. Danach kannst du die Renditeannahme oder den monatlichen Betrag ändern. So erkennst du, welche Eingabe dein Ergebnis am stärksten beeinflusst, ohne mehrere Änderungen miteinander zu verwechseln.
Rendite ist keine sichere Verzinsung
Bei Tages- oder Festgeld beruht die Rechnung auf den Konditionen des jeweiligen Kontos und der vereinbarten Laufzeit. Prüfe, ob der angezeigte Zinssatz für den gesamten Zeitraum gilt oder nur für einen begrenzten Abschnitt. Ändert sich der Zinssatz, bildet ein Rechner mit einem einzigen festen Wert die tatsächliche Entwicklung nicht ab.
Bei Aktien, Fonds oder börsengehandelten Indexfonds ist eine eingetragene Rendite eine Annahme. Kurse schwanken, und einzelne Jahre können Verluste bringen. Eine gleichmäßige Wertentwicklung im Rechner bildet diese Schwankungen nicht ab. Auch der Zeitpunkt der Gewinne und Verluste beeinflusst den Endwert eines Sparplans, weil die Beiträge zu unterschiedlichen Zeitpunkten investiert werden.
Rechne deshalb mit mehreren Renditeannahmen statt mit einem vermeintlich typischen Wert. Eine niedrigere und eine höhere Annahme zeigen, wie empfindlich das Ergebnis auf diese Eingabe reagiert. Höhere Ertragserwartungen gehen bei Wertpapieren mit einem höheren Verlustrisiko einher. Die mögliche Rendite allein reicht daher nicht, um eine Anlage zu beurteilen.
Kosten, Steuern und Kaufkraft
Der angezeigte Endbetrag ist häufig ein Bruttowert. Bei einem Wertpapiersparplan mindern laufende Produktkosten und mögliche Kaufkosten für einzelne Raten den Ertrag. Prüfe, ob der Rechner diese Kosten berücksichtigt. Falls nicht, behandle das Ergebnis als Betrag vor Kosten.
Auch Steuern hängen von der Anlage und der persönlichen Situation ab. In Deutschland gibt es einen Sparer-Pauschbetrag, also einen Freibetrag für Kapitalerträge: 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Ein allgemeiner Rechner bildet die individuelle Steuerbelastung damit nicht automatisch vollständig ab.
Inflation verändert die Kaufkraft des Endkapitals. Wenn Preise im Lauf der Jahre steigen, reicht derselbe Geldbetrag später für weniger als heute. Ein inflationsbereinigter Wert zeigt, wie viel der künftige Kontostand nach heutiger Kaufkraft wert wäre. Dafür wird das Endkapital durch den Inflationsfaktor für die gesamte Laufzeit geteilt. Die Preise, die ein Haushalt bezahlt, können sich anders entwickeln als die allgemeine Inflationsrate, weil Haushalte unterschiedliche Ausgaben haben.
Wenn ein Rechner Kosten, Steuern oder Inflation nicht einbezieht, notiere diese Einschränkung neben dem Ergebnis. So vergleichst du keine Bruttorechnung mit einem Nettowert, der bereits Kosten oder Kaufkraft berücksichtigt.
Ergebnisse sinnvoll vergleichen
Verschiedene Rechner können bei ähnlichen Eingaben unterschiedliche Beträge ausgeben. Prüfe deshalb, wie die Rechner einen Jahreszins für monatliche Berechnungen ansetzen, wann sie Einzahlungen einrechnen und ob sie Kosten, Steuern oder Inflation berücksichtigen. Eine historische Auswertung rechnet mit Daten aus einem vergangenen Zeitraum. Sie zeigt, wie eine Anlage damals abgeschnitten hätte, nicht wie sie sich künftig entwickelt.
Vergleiche Rechner nur mit denselben Eingaben und denselben Annahmen. Prüfe zuerst, ob der angezeigte Betrag Kosten und Inflation berücksichtigt. Kontrolliere anschließend Einzahlungstermin, Zinsgutschrift und Laufzeit. Fehlen diese Angaben, reicht das Ergebnis nur zur groben Orientierung, nicht für einen verlässlichen Vergleich.

